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Philosophische Leitsätze

Zentrale Ideen großer Denker

Autor: Volker Friedrich
Sprecher: Hans-Peter Bögel, Monika Hessenberg, Helmut Woestmann, Arnold Richter
ca. 200 Minuten

Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Das sind vier ebenso einfache wie grundlegende Fragen, die sich jeder so oder anders einmal stellt. Formuliert hat sie der Philosoph der Aufklärung Immanuel Kant, der meint, es sei Aufgabe der Philosophie, sie zu beantworten. Anlass genug also, einen Blick in die Philosophiegeschichte zu werfen und zu schauen, was Denker in den letzten 2000 Jahren dazu beigetragen haben. Sieben Philosophen, von der Antike bis zur Neuzeit, werden mit den Kernsätzen ihres Werks vorgestellt: Sokrates: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, Aristoteles: „Der Mensch strebt nach Glück“, Francis Bacon: „Wissen ist Macht“, René Descartes: „Ich denke, also bin ich“, Jean Jacques Rousseau: „Zurück zur Natur!“, Immanuel Kant: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, Friedrich Nietzsche: „Gott ist tot“.
Eine anschauliche und kompetente Einführung in philosophisches Denken und ein Ausflug in das Abenteuer der Ideen. Lernen Sie kennen, was hinter Sätzen steckt, die jeder im Munde führt!

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CD 1:


1 | Sokrates: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“
Von Sokrates, der im vierten Jahrhundert vor Christus gelebt hat, ist bekannt, dass er sich auf den Straßen von Athen mit allen ausführlich unterhalten hat, die glaubten, über sich, das Leben und die Welt etwas zu wissen. Am Ende stellte sich jedes Mal heraus, dass kaum ein Argument den klugen Fragen des stets unterschätzten Philosophen standhielt. Die Gesprächspartner sind von Lehrern zu Belehrten geworden.
Auch unser Denken und Handeln erweist sich in der Regel als fragwürdig, wenn man es ebenso hartnäckig zu überprüfen beginnt. Diese Unsicherheit spürt Sokrates und fasst sie in den Satz: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Er will damit der Dummheit keinen Freibrief ausstellen, sondern er fordert ganz im Gegenteil die wache Selbstfragung ohne Selbstbetrug.

2 | Aristoteles: „Der Mensch strebt nach Glück“
Fast zwanzig Jahre nach Sokrates kommt Aristoteles auf die Welt. Seine philosophische Ausbildung absolviert er bei Platon, dem Lieblingsschüler von Sokrates, und steht so ganz in deren Tradition. Auch ihn beschäftigt die Frage nach dem Sinn des Lebens: Was treibt uns an, warum planen und hoffen wir, wie halten wir durch? Das Ziel unserer ganzen Bemühungen drückt Aristoteles so aus: „Der Mensch strebt nach Glück“. Er meint damit jedoch nicht das Glück eines Lottogewinns oder einer sonstigen zufälligen Fügung, sondern das Glück, das einer harmonischen Lebensgestaltung entspringt. Schon dass er diese Frage in seiner Ethik abhandelt, ist ein deutliches Zeichen, dass er das moralisch Gute nicht weit vom erstrebten Glück angesiedelt sieht.

3 | Francis Bacon: „Wissen ist Macht“
Machtgierig und hinterhältig soll er gewesen sein, der englische Philosoph Francis Bacon. Doch der erklärte Gegner der „aristotelischen“ Philosophie und ihrer Methoden gilt als einer der Begründer der modernen Wissenschaft. Er hasst spitzfindige philosophische Debatten und besteht stattdessen auf Naturbeobachtung und Experimenten. Jahrelang arbeitet er an einer Universalenzyklopädie und träumt von wissenschaftlichen Akademien nach seinen Vorstellungen. Erkenntnis, so sein Credo, könne eben nicht durch vom Verstand konstruierte Behauptungen und Analogieschlüsse gewonnen werden, sondern nur durch genaue Beobachtung und ein gründliches Verständnis der Natur. Sein 1597 formulierter Satz „Wissen ist Macht“ zielt denn auch auf das, was seiner Ansicht nach das Ziel der Wissenschaft sein solle: die Beherrschung der Natur im Interesse des Fortschritts.

CD 2:


4 | René Descartes: „Ich denke, also bin ich“
Auch der Franzose Descartes will wissen, wie es zu einer gültigen Erkenntnis kommen kann. Im Gegensatz zu Bacon setzt er zu Beginn des 17. Jahrhunderts allerdings wieder ganz auf den Verstand: Klarheit und Differenziertheit des Denkens lautet seine Maxime. Überraschenderweise stellt er an den Anfang seiner Überlegungen erst einmal die Skepsis an der Erkenntnismöglichkeit: Weil sinnliche Wahrnehmung uns täuschen und Denken zum Irrtum führen kann, muss grundsätzlich erst einmal alles bezweifelt werden. Das einzig Gewisse ist die Tatsache, dass „ich“ zweifle und dass „ich“ es bin, der zweifelt. Was nicht weniger beweist, als dass es mich gibt. „Ich denke, also bin ich“ ist damit im Erkenntnisprozess der erste unbezweifelbare Satz und der Auftakt seiner philosophischen Erörterungen.

5 | Jean Jacques Rousseau: „Zurück zur Natur!“
Für die einen ist der 1712 in der Schweiz geborene Philosoph eine Art „grüner Fundamentalist“, die anderen halten ihn für einen großen Pädagogen und politischen Denker. Rousseau verabscheut die etablierte Kultur und Gesellschaft seiner Zeit, hält ihre Mitglieder für eitel und böse, löst mit seinen Schriften regelmäßig Stürme der Entrüstung aus und muss einmal sogar vor einer Verhaftung fliehen. Sein utopisches Menschenbild vom „edlen Wilden“ wird von der Kirche und den Denkern der Aufklärung heftig abgelehnt. Rousseaus Satz „Zurück zur Natur!“ ist als ein Plädoyer gegen die fehlentwickelte Zivilisation überhaupt zu verstehen.

CD 3:


6 | Immanuel Kant: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“
Porträts von Kant lassen nicht vermuten, dass sich hinter dem etwas verkniffen wirkenden, spitzen Gesicht ein durchaus geselliger Mensch verbarg, der Mittagsgesellschaften liebte, sich gerne modisch kleidete und mit Billardspiel sein Studium finanzierte. Der kleingewachsene Mann aus Königsberg ist der wichtigste Vertreter der im 18. Jahrhundert entstehenden philosophischen Aufklärung – und womöglich der bedeutendste deutsche Philosoph überhaupt. Im Zentrum seines Denkens steht der selbstverantwortliche Mensch, der seine Geschicke selbst bestimmen kann. Kants Satz darf man deshalb ruhig als Appell verstehen – er beinhaltet aber auch ein Versprechen: Nachdenken und Verantwortung zu übernehmen ist keineswegs nur eine Last, sondern bietet Chance und Freiheit.

7| Friedrich Nietzsche: „Gott ist tot“
Der Schüler einer strengen Internatsschule hält das Christentum für eine „schwächliche“ und „demütige“ Angelegenheit. Und der Student bekommt später Krach mit seiner Mutter, weil er sich weigert, am Abendmahl teilzunehmen, und sein Studium der evangelischen Theologie abbricht. Und doch setzt sich der ein Leben lang von Nerven- und Augenleiden schwer geplagte deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche, der 1900 in einem Irrenhaus stirbt, in seinen Schriften immer wieder mit den Wertvorstellungen des Christentums auseinander. Sein Ausspruch „Gott ist tot“ ist einer der vielleicht am meisten missverstandenen der Philosophiegeschichte. Denn er beschwört nicht den Tod Gottes, sondern fragt nach dem Zustand der christlichen Moral und des Glaubens.

Regie: Carola Preuss
Redaktion: Jürgen von Esenwein